Samstag, 16. Januar 2021

100 Faxe in der Nacht haben doch nichts gebracht - Debcon blockiert das Faxgerät am Freitag Abend

Unverhofft kommt oft! 


Die berühmt berüchtigte Debcon GmbH verschickt seit 18:00 Uhr unzählige Faxe, mal mit zuordnembaren Aktenzeiche mal ohne. Die Angebote beinhalten diesesmal keinen Einheitsvergleichsbetrag, sondern variieren zwischen 80,00 € und 200,00 €, wie auch die Aktenzeichen zwischen 2010 und 2015 variieren. Zumindest soweit ich das bereits überblicken kann.

 

So sehen die Schreiben aus:

Debcon GmbH Postfach 200118 46223 Bottrop

Kanzlei

Gerth

Berliner Str. 25

33813 Oerlinghausen

Fax: 0520273809

Bottrop, den 15. Januar 2021

Ihr Zeichen: 10170

Ihre Mandantschaft:

Diese außergerichtliche Zahlungsaufforderung erfolgt aus abgetretenem Recht gem. §611 Abs. 1 BGB in

eigenem Namen

Unser Zeichen: B41890

Forderung: 430,60 €

 

Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

in dieser Sache sind die restlichen Schadensersatzansprüche, § 106 UrhG nebst Zinsen und Kosten bisher nicht gezahlt. Auf den Eintritt der Verjährung kann sich nicht berufen werden. Der sekundären Darlegungslast wurde weder Ihrerseits noch durch Ihren Mandanten nachgekommen. Die Zahlungsansprüche werden von hier aus weiter gegen Ihren Mandaten verfolgt und durchgesetzt.

Auf Grund der hiesigen Sachlage muss Ihrem Mandanten klar sein, dass die Rechtsprechung annähernd ausschließlich zu Lasten Ihres Mandanten steht und annähernd keine Entscheidung vorliegt, bei der die Täterschaft unklar bleibt. Dies wird auch hier Entscheidungstenor werden.

Berichte, nach denen Anschlussinhaber haftungsfrei gestellt werden sind zwar in Publikationen und Foren breiter dargestellt, was jedoch die zutreffende Rechtsprechung — nicht zuletzt in Anbetracht des Themenkreises „Familienangehörige" — nicht abbildet. Dies dürfte Ihnen bekannt sein.

Für Ihren Mandanten verbleibt daher ein erhebliches Kostenrisiko von rd. EUR 5.000,00 (Rechtsanwalts- u. Gerichtskosten, Gutachten, Schadenersatz) - es wird auf das Urteil des AG München 114 C 22559/17 verwiesen ­sowie bei zusätzlich erweiterter Haftung für Kosten, die durch die Inanspruchnahme des falschen Täters entstehen.

Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen, unsere Auftraggeberin möchte den Schaden von dem Täter ersetzt bekommen. Wenn Ihre Mandantschaft sich für die Tat nicht verantwortlich fühlt, außergerichtlich keine Auskunft erteilt, eine außergerichtliche vergleichsweise Beendigung nicht möglich ist und folgerichtig die Ermittlung/Auskunft nur über das gerichtliche Verfahren gegen Ihre Mandantschaft möglich ist, dann wird sie es tun, da am Ende des Tages die damit verbundenen Kosten Erstattung finden.

Zur Vermeidung dieses Vorgehens und folgerichtig zur Vermeidung der mit dem Verfahren verbundenen Kosten wird

durch Vergleichszahlung i.H.v. EUR 80,00                   bis zum 22.01.2021 das Verfahren/die Beitreibung beendet. Gern kann Ihre Mandantschaft, wenn er sich denn dann nicht verantwortlich fühlt, den Vorschlag an den Täter mit dem Hinweis herantragen, dass es im Rahmen eines Verfahrens kein Vergleich mehr geben, sondern die Ansprüche einschließlich aller Kosten in voller Höhe geltend gemacht werden. Auch kann Ihre Mandantschaft aber bis zum 22.01.2021 Auskurfiterteilen, sodann setzten wir uns mit dem Täter in Verbindung.

Mit freundlichen Grüßen
Debcon GmbH

 

Die Bottroper Ballerbude Inkassobude Debcon Debitorenmanagement und Consulting GmbH versucht nach dem letzten und erfolglosen COVID-19-Angebot , welches das gleiche Ergebnis hatte wie schon das "Weihnachtsangebot", und das Sommerangebot   ein weiteres Kapitel  im Mehrteiler die Debcon - the never ending Story, oder auch jährlich grüßt das Murmeltier ein neues Kapitel aufschlagen zu wollen.  


Nun kurz vor dem sog. Mega-Lockdown  kommt was neues aus Bottrop von der  Debcon GmbH aus dem Fax, denn dieses nutzt immer wieder die Debcon Dabei sind die letzten Versuche noch gar nicht einmal so lange her.


Die fangen jetzt tatsächlich wieder mit Akten aus dem Jahr 2010 an. 




Fazit:

Ich mag es ja grundsätzlich, wenn Gegner  Rechtsprechung kennen, aber dann sollte diese auch die komplette kennen und nicht nur Bruchstücke davon.

 

Ich mag es aber nicht, wenn jede dahergelaufene Inkassobude meint jahrelang wahllos Faxe durch die Gegend zu schicken, in der irrigen Annahme bei Angeboten, die mal rauf mal runter gehen, würde irgendwer zuschlagen. Erst Recht solche Abgemahnten, die fachanwaltlich vertreten sind.

 

Immer noch gilt, und auch oder ganz besonders im Urheberrecht oder speziell im Filesharing: Wer eine Forderung geltend machen will muss diese besitzen und beweisen. Bloße Behauptungen reichen nämlich nicht.

 

Und meine Erfahrungen mit Klagen der Debcon sind so, sprich Negative Feststellungsklage gegen de Debcon, oder so, gut da hat der ehemalige Geschäftsführer der Debcon GmbH, Rechtsanwalt Sebastian Wulf geklagt, aber vorher hat die Debcon den Mandanten jahrelang geschrieben. 

 

Die bisherigen Klagen der Debcon GmbH gegen Mandanten der IT-Kanzlei Gerth hat die Debcon hierhier und hier verloren bzw. wurde die Klage zurückgenommen.

 

 

Und nun kommt das obige Schreiben und ich überlege ob jetzt gleich mein Mitarbeiter des Monats zum Einsatz kommen soll oder ich nach Bottrop schreibe, dass ich mich ganz besonders auf diese Klagen freue. 

Schließlich gab es ja die Corona-Pause auch bei Gericht.



Oder ich reiche mal ein paar Klagen auf negative Feststellung ein. Dann erklärt denen eventuell ein Richter einmal, wie das mit dem Clown und dem Frühstück von mir gemein war.










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