Dienstag, 29. November 2016

Filesharing und der Hackerangriff auf die Telekom-Router

Heise.de berichtet heute, dass die Ausfälle nach Erkenntnissen der Telekom und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine weltweite Attacke auf Router zurück  gehen. Der Ausfall von über 900.000 DSL-Endpunkten und damit den Internet- und Telefonanschlüssen der Kunden sei Symptom eines Angriffes, bei dem versucht werde, Schadsoftware auf den DSL-Routern zu installieren, hieß es vom BSI.

Nach meiner Einschätzung müsste nun dieser großangelegte Hackerangriff auch Auswirkungen im Bereich Filesharing haben. Denn wenn bisher immer von den abmahnenden Rechtsanwälten der Rechteanbieter und den Gerichten unisono davon ausgegangen worden ist, dass die Ermittlung der IP-Adresse grundsätzlich fehlerfrei, zumindest wenn mehr als ein Verstoß festgestellt werden konnte, sei und bei den heutigen Routern bei Eingabe eines benutzerdefinierten Passwortes ja eigentlich auch kein Fremder unbefugt Zugang zum Netzwerk des abgemahnten Anschlussinhabers erlangt haben kann , der Anschlussinhaber also im Rahmen der sekundären Darlegungslast Begründungen am verbalen Hochreck vollbringen muss um der Haftung für mögliches Filesharing zu entgehen; so muss das nun wohl anders betrachtet werden.


Wenn knapp eine Million (1.000.000) Router gehackt werden können und die Telekom auch nach drei 3! Tagen nicht für alle Router eine Lösung via Update findet und Stunde um Stunde eingestehen muss, dass nicht eine Sorte Router sondern auch noch eine andere oder eine Dritte und dann eine Vierte und Fünfte befallen sind, um dann für alle Router ein Update zu generieren, dann kann bei der Ermittlung von IP-Adressen nicht mehr davon ausgegangen werden, dass in jedem Fall der Anschlussinhaber Herr über seinen Router, sein Netzwerk, sein WLAN gewesen ist. Zumindest in den Fällen, in denen der Anschlussinhaber Kunde der Telekom ist muss dies nun stark bezweifelt werden.