Donnerstag, 9. Juli 2015

Gamesrecht? - Wieso mag der Anwalt denn das Recht der Computerspiele?

Immer wieder bekommt auch der Anwalt die Frage gestellt, welches Rechtsgebiet er denn am liebsten bearbeiten würde. Die Frage klingt wenig schwer und auch die Antwort könnte leicht sein. Meine ruft aber immer wieder Stirnrunzeln und hochgezogene Augenbrauen hervor.

Denn „Gamesrecht“ neudeutsch auch „Gameslaw“ oder „Recht der Computerspiele“ oder „Recht der Videospiele“ sind jetzt nicht so die ganz klassischen Rechtsgebiete. Nicht mal für IT- und Urheber- und Medienrechtler.

Gamesrecht ist ein relativ neu geschaffenes Rechtsgebiet, wenn auch noch nicht speziell geregelt und kodifiziert. Das Gamesrecht umfasst in der Regel Rechtsfragen rund um Onlinespiele, MMOs, Virtuelle Welten, traditionelle Computerspiele bzw. traditionelle Videospiele und Browserspiele.




Die Fragestellungen beginnen bei Fragen des urheberrechtlichen Schutzes einer ersten Entwicklungsidee, des Titelschutzes von Namen, dem Markenschutz , über Schutz von Persönlichkeitsrechten, Datenschutzaspekten, Fragen des Jugendschutzes und arbeitsrechtlichen Fragen beim Einsatz von Mitarbeitern oder Freelancern, der Finanzierung solcher Projekte durch Investoren oder Publisher, über Fragen des Vertriebes und des Schutzes vor wettbewerbswidrigen Handlungen von Konkurrenzunternehmen bis hin Accountsperren bei Onlinespielen, Erstattung von Leistungen von Nutzern,  Wiederzulassung zu Onlinespielen oder Kündigung von Free-to-play-Verträgen.

Aber wer früh angefangen hat zu „daddeln“ kommt eigentlich, zumindest wenn er auch noch Anwalt ist, schnell dahin, dass die Rechtsfragen rund um Spiele, ganz gleich ob klassische Brettspiele, Computerspiele oder Onlinespiele, vielfältig und interessant sein können.
Insbesondere auch deshalb, weil das Rechtsgebiet bisher ohne eigene Regeln auskommt und es auch nur vereinzelte Urteile gibt, und es eher dem anglo-amerikanischen Case Law ähnelt bereitet es Spaß an der juristischen Argumentation.