Donnerstag, 12. Juni 2014

Robenpflicht für Anwälte - ja oder nein - Was ist schon wo üblich!?


Auf den üblichen Rechtsanwaltsmailinglisten kommt sie immer mal wieder die Frage nach der Üblichkeit der Robentragepflicht an diesem oder jenem Gericht der Republik.

Die Rechtsanwaltskammer Berlin sah sich sogar bemüßigt eine Liste herauszugeben, aus welcher hervorgeht an welchem Gericht in Berlin Robe getragen werden muss und an welchem nicht.

 

Ich habe noch nie einen Richter oder Staatsanwalt fragen gehört, ob das Tragen der Robe hier oder dort üblich sei, oder nicht. Die tragen die einfach, weil es selbstverständlich ist, diese zu tragen.


Ich frage mich alle 2 Monate, wenn diese Frage über die Liste geht, warum es nicht selbstverständlich für die Anwälte ist, diese zu tragen. So schwer zu tragen ist sie nicht und selbst bei großen Größen, wie meiner, lässt sie sich auf ein ganz kleines Maß zusammenlegen. Aus schwerem Stoff ist sie auch nicht, so dass man auch bei den derzeitigen Temperaturen nicht sonderlich mehr schwitzen würde.

 

Warum betrachten es Kolleginnen und Kollegen als Makel die Robe mitzuführen oder gar anzuziehen?


Und kein Richter insistiert weiter, wenn auf seinen Hinweis, dass Tragen der Robe sei am hiesigen Gericht unüblich, die Antwort kommt, er würde doch auch ein tragen.


Kollegen erklären dann immer auch breit, dass man ortfremde Kolleginnen und Kollegen immer daran erkennen würde, dass sie Robe tragen.

Von mir aus kann der ortskundige Kollege seinen Mandanten erklären warum er keine Robe trägt, der gegnerische Anwalt aber schon und der damit aussieht wie ein echter Anwalt.

Ich packe die Robe ein, immer. Ganz gleich zu welchem Gericht es geht. Ich ziehe die Robe auch immer an, es sei denn der Richter sagt es sei zu heiß und er würde deshalb auch keine tragen, so schon passiert vor dem AG Köln.

Die Handakte nehme ich ja auch mit. Und die ist meistens schwerer und unhandlicher.