Sonntag, 23. Februar 2014

Beim sonntäglichen Hundespaziergang gestört, weil der Mandant nur schnell was zu der Akte wissen wollte

Sonntag 12:55 Uhr, Ort: am Rande des Teutoburger Waldes im Ostwestfälischen


Die Sonntagmorgenschicht in der Kanzlei ist absolviert und der kanzleieigene Vierbeiner muss aus der Hose.
Also führt sein Herrchen, zusammen mit den Töchtern des Hauses, ihn im Teutoburger Wald aus und auf dem Rückweg werden das arme Tier und die Töchter, die schon einiges gewöhnt sind, völlig aus der Fassung gebracht bzw. lernt warum es nicht immer positiv ist Rechtsanwaltstochter oder Kanzleihund zu sein oder werden zu wollen.


Ein Pkw rast zunächst mit überhöhter Geschwindigkeit in der 30iger Zone an den vier Spaziergängern, nach 60 Minuten bei 6 Grad ein bisschen durchgefroren vorbei, um kurze Zeit später mit quietschenden Bremsen zu halten und zu wenden.


Ebenso schnell fährt es nun von hinten an die vier nach Flüssigkeit lechzenden Fußgängern vorbei um dann wieder mit kreischenden Bremsen zu halten.


Der Fahrer reißt die Tür auf und sprintet um den Wagen herum um dann die entscheidende Frage zu stellen, selbstverständlich ohne die Tageszeit zu sagen, man ist ja in Eile, wie das Rasen gezeigt hat:


"Gut, dass ich Sie treffe. Ich wollte mich mal nach dem Stand meiner Akte erkundigen. XYZ ist mein Name, Sie erinnern sich."


Es entspannt sich dann folgender Dialog:


" Das kann ich jetzt ohne Akte am Sonntagnachmittag nicht wirklich sagen, rufen Sie doch bitte am Montag ab 9.00 Uhr in der Kanzlei an"


"Ja, aber ich wollte doch nur kurz wissen, was sich da so tut"


"Ohne Akte kann ich dazu nun wirklich nichts sagen. Wenn etwas neues gekommen wäre, hätten Sie die Kopie bekommen!"


" Ja, aber Sie werden sich doch erinnern Aktenzeichen fünfhundertschlagmichtot aus 2011"


"Nein, kann ich wirklich nicht."


"Ok, melde mich dann am Mittwoch oder so!"




Nicht unerwähnt bleiben soll, dass es sich um eine Beratungshilfesache handelt, bei der der Mandant von seiner ehemaligen Hausverwaltung aufgefordert worden ist Nebenkosten und Mietnachzahlungen in nicht unerheblicher Höhe nach zu zahlen und es also gar kein ganz so schlechtes Zeichen wäre, wenn die sich nicht melden würden.


Die Töchter wollen dann nach der Begegnung der besonderen Art doch lieber was mit Tieren machen.


Ich verstehe das überhaupt nicht.