Sonntag, 24. November 2013

Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte mahnt für die Bolu GmbH de Film Bailout ab

Die Kanzlei Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte mahnt für die Bolu GmbH, dahinter verbirgt sich der bekannte Herr Uwe Boll,  angebliches Filesharing an dem Film "Bailout" . Interessant ist, dass eine Pressemitteilung davon spricht dass der Film eine Namensänderung von Bailout: Age of Greed zu Assault on Wallstreet erfahren haben soll. Demnach gibt es den abgemahnten Film nicht mehr. Interessant ist auch, dass die DVD des Films (Filmstart: 27. September 2013)  in Deutschland von den Firmen Splendid Film / WVG Medien vertrieben wird, und diese Firmen bei der Verfolgung von angeblichen Urheberrechtsverletzungen von der Kanzlei Sasse und Partner vertreten werden.


 
Die Kanzlei Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte fordert  950,00 € für die illegale Verbreitung des urheberrechtlich geschützten Films "
Bailout: Age of Greed / Assault on Wallstreet " des Regisseurs Dr. Uwe Boll in Filesharing-Netzwerken.


Der Gegenstandswert für den Unterlassungsanspruch wird, wie vom
Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken gefordert, auf 1.000,00 € angesetzt. Dazu kommen bei der Kanzlei Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte noch die umfangreiche Berechnung der Kosten für den Auskunfts- und Gestattungsanspruch in Höhe von 88,35 €, und dem Lizenzschaden in Höhe von 900,00 €. Aus dem Wert in Höhe von 1.988,35 € errechnen sich Rechtsanwaltskosten in Höhe von 215,00 €, so dass sich die Gesamtforderung der Kanzlei  Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte auf 1.203,35 € beläuft.

Zur Abgeltung aller Ansprüche und im Interesse einer schnellen und unproblematischen Erledigung der Angelegenheit wird dann aber nur ein pauschaler Schadensersatz in Höhe von 950,00 € gefordert.

Meiner Meinung nach zu Unrecht, da der geltend gemachte Schadensersatz keinen Aufwendungsersatz nach dem neuen  
§ 97a Abs. 3 UrhG darstellt und somit nur die 1.000,00 € als Maßgabe für die Rechtsanwaltsgebühren herangezogen werden dürfen. Diese würden dann nur in Höhe von 124,00 € anfallen.

Die Kanzlei Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte liefert auf Seite 3 der Abmahnung eine Tabelle mit welcher die Kostenaufstellung nachvollzogen werden kann:



Lizenzschaden Filmwerk (Bailout2):

900,00 €

Sicherungs- und Gestattungsverfahren, Gerichtskosten (LG Köln, Geschäftsnummer 224 O 104/13)

Verauslagte Kosten für Sicherungs- und Gestattungsverfahren

400,00 €

Anteilige Gerichtskosten (1/10)

40,00 €

Anwaltskosten für das Gestattungsverfahren nach § 101 Abs. 9 UrhG bei dem LG Köln (Gegenstandwert: 5.000,00 €/§ 30 Abs. 2 KostO)

393,30 €

Anteilige Anwaltskosten für das Gestattungsverfahren nach § 101 Abs. 9 UrhG (Gegenstandwert: 5.000,00 €/§ 30 Abs. 2 KostO)

39,33 €

Anteilige Auslagenpauschale für das Gestattungsverfahren nach § 101 Abs. 9 UrhG

2,00 €

Kosten Providerauskunft der 1 &1 Internet AG

35,00 €

Anzahl der insgesamt beantragten IP-Adressen

10

Anzahl der auf den Abgemahnten entfallenden IP-Adressen

1

Anteilige Kosten für die Providerauskunft (1/10)

3,50 €

Anwaltskosten für die Geltendmachung des Auskunftsanspruches gegenüber dem Provider (Providerkostenrechnung)

58,50 €

Anteilige Anwaltskosten für die Geltendmachung des Auskunftsanspruches gegenüber dem Provider (1/10)

5,85 €

Auslagenpauschale für die Geltendmachung des Auskunftsanspruches

11,70 €

Anteilige Auslagenpauschale für die Geltendmachung des Auskunftsanspruches gegenüber dem Provider (1/10)

1,17 €

Streitwert der Abmahnung

1.000,00 €

Zwischensumme der bisherigen Abmahnkosten

988,35 €

Wert (Streitwert + Abmahnkosten)

1.988,35 €

Anwaltskosten für die Abmahnung 1,30 Geschäftsgebühr, Nr. 2300 VV, § 13 RVG

195,00 €

Pauschale für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen, Nr. 7002 VV

 

20,00 €

GESAMT:

1.203,35 €


Die Kanzlei Schulenberg & Schenk Rechtsanwälte ist neben der Frankfurter Kanzlei Kornmeier & Partner  die einzig mir bekannte Kanzlei, die eine detaillierte Aufschlüsselung der erforderlichen Aufwendungen, die geltend gemacht werden beifügt und damit den Anforderungen des  § 97a Absatz 3 Urheberrechtsgesetz gerecht wird, nach dem  Abmahner in klarer und verständlicher Weise die geltend gemachten Zahlungsansprüche als Schadensersatz- und Aufwendungsersatzansprüche aufschlüsseln müssen.

Daher ist die oben genannte Berechnung auch nur beispielhaft zu sehen, diese kann in andern Fällen anders aussehen.