Mittwoch, 30. Oktober 2013

Auch FAREDS mit neuen Kursen bei Filesharing-Abmahnungen

So wie hier angenommen haben sich die bekannten Abmahnkanzleien sehr schnell mit der neuen Gesetzeslage arrangiert. Nach der Kanzlei Waldorf Frommer, über die ich hier und hier berichtet habe, nimmt auch die Hamburger Kanzlei FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH  das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken zum Anlass neue Kurse zu verlangen. In den aktuellen Abmahnungen für die Track by Track UG (haftungsbeschränkt)  und die Celebrate Records GmbH werden nunmehr in Summe lediglich 339,50 € verlangt.

Abgemahnt wird angebliches Filesharing an den Tonaufnahmen Carlprit - Here weg o (Allez Allez) für die  Track by Track UG (haftungsbeschränkt)  und Ronny Rockstroh – Kaugummi für die Celebrate Records GmbH ab. 

Genau wie von mir schon vermutet werden die fallenden Rechtsanwaltsgebühren auch von der Kanzlei FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH durch erhöhten Schadensersatz aufgefangen.

Die Kanzlei FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH macht dabei einen Schadensersatz in Höhe von 150,00 €,   und einen Aufwendungsersatz, dahinter verbergen sich bei FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH neben den Rechtsanwaltskosten auch die pauschalen Ermittlungskosten,  in Höhe von 189,50 € geltend.

Die Erhöhung des Schadensersatzes mag darin begründet liegen, dass der Gebührensprung bei 1.500,00 € liegt. Aber das ist nur die unbewiesene Vermutung meinerseits, in Wahrheit ist der Schaden den das Filesharing nach der Gesetzesänderung den Unternehmen verursacht wahrscheinlich einfach nur noch einmal deutlich angestiegen.

Die geltend gemachte Forderung ist damit aber in Summe runde 110,50 €  geringer, als noch vor einer Woche für den gleichen Vorwurf, lag das Vergleichsangebot dort noch bei 450,00 €.

Der Gegenstandswert für den Unterlassungsanspruch wird, wie vom Gesetz gefordert, auf 1.000,00 € angesetzt und der Gegenstandswert für den Schadensersatzanspruch auf 170,00 €. Damit kommen die Kanzlei FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf einen Aufwendungsersatzanspruch in Höhe von 1.170,00 €, aus dem die Anwaltsgebühren in Höhe von 169,50 €  errechnet werden.

Meiner Meinung nach zu Unrecht, da der geltend gemachte Schadensersatz keinen Aufwendungsersatz nach dem neuen  
§ 97a Abs. 3 UrhG darstellt und somit nur die 1.000,00 € als Maßgabe für die Rechtsanwaltsgebühren herangezogen werden dürfen. Diese würden dann nur in Höhe von 124,00 € anfallen.

Tabelle außergerichtlicher Aufwendungsersatzanspruch:

 Gegenstandswert für den Unterlassungsanspruch
1.000,00 €
Gegenstandswert für den Schadensersatzanspruch
 
150,00 €
Gegenstandswert für pauschale Ermittlungskosten
 
20,00 €
Gegenstandswert für den Aufwendungsersatzanspruch
1.170,00 €
1,3 Gebühr (2300 VV RVG)
149,50 €
Auslagenpauschale (7200 VV RVG)
 
20,00 €
Summe
169,50 €

 

Konkrete Zahlungshöhe

Schadenersatz
150,00 €
Pauschale Ermittlungskosten
 
20,00 €
Aufwendungsersatz
169,50 €
Gesamtsumme
339,50 €