Freitag, 27. September 2013

Der Bariton, die FAZ, die Süddeutsche und die Copyright-Trolle

3Sat berichtet hier über einen Bariton, der sowohl an die FAZ, als auch an die Süddeutsche Nutzungsgebühren zahlen sollte, weil er deren Kritiken über seine Auftritte kopiert und auf seien Webseite verwendet hat.

Die beiden großen überregionalen Zeitungen hatten den Bariton abgemahnt, weil dieser, sogar unter Angabe der Quelle, positive Kritiken seiner Auftritte für Werbezwecke auf seiner Webseite verwendet hatte. Der Bariton war in dem Glauben er dürfe dies, weil das zitieren der Zeitungsartikel vom Zitatrecht des § 51 UrhG gedeckt sei.

§ 51 UrhG besagt:

Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn

1.
einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
2.
Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,
3.
einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.
 Wie der geschätzte Kollege Prof. Dr. jur. Jan Bernd Nordemann, LL.M. richtig sagt: "Das Internet ist eine große Falle und in die tappen alle, die glauben, im Netz sei alles möglich. "Man darf aus Zeitungsartikeln durchaus zitieren. Man muss allerdings ein solches Zitat verwenden, um seine eigene Auffassung zu belegen."

Soweit so richtig und dann kommt er der Satz, der die Rechtsanwälte in kein gutes Licht setzt:

Mittlerweile gibt es aber sogenannte Copyright-Trolls. Das sind Rechtsanwälte, die Urheberrechtsverletzungen im Netz verfolgen und daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben.

Wobei, weitaus schlechter stehen dann die Zeitungsverlage dar, denn die Journalisten, die die Kritiken verfasst haben, wussten nichts von den Abmahnungen und sind über ein derartiges Verhalten entsetzt. In der Konsequenz führt das wohl dazu, dass auch die großen Zeitungen für ihre Journalisten Karten werden kaufen müssen und diese nicht geschenkt bekommen. Denn nicht nur die Zeitungen müssen Geld verdienen, Künstler und Konzertveranstalter und Konzerthäuser auch.

Manchmal ist der juristisch richtige Weg nicht auch der sinnvollste ....