Montag, 15. April 2013

Scherzbold der Woche, schon am Montag oder der Anruf von Rechtsanwalt Bernd Rudolph in Sachen Boll AG in Liquidation

Manchmal, nur ganz manchmal ist es ziemlich schwer Ernst zu bleiben. Da muss man schon am Montag den Titel für den Scherzbold der Woche verteilen.

Nun gut. Nichtsahnend am Montag Mittag den Hörer höchst selbst abgenommen und binnen weniger Minuten den Tag gerettet.

Es meldet sich die Kanzlei Bernd Rudolph aus Ludwigshafen. Die Kanzlei hatte schon einen Mahnbescheid beantragt für die Boll AG in Liquidation, wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung aus dem Jahr 2009, die damals die Kanzlei BaumgartenBrand abgemahnt worden war und in welcher sich zwischenzeitlich die Condor Gesellschaft für Forderungsmanagement ebenfalls aus Ludwigshafen gemeldet hatte.

Soweit so gut.

Während nun so bekannte Firmen wie die Debcon die mutmaßlichen Urheberrechtsverletzer mit Lockangeboten ködern wollen um wenigstens einen Teil der ursprünglich mal geforderten Penunse zu erhalten, gehen die Damen und Herren aus Ludwigshafen einen völlig anderen Weg.

Die Kanzlei BaumgartenBrand forderte 2009 eine Pauschale von 850,00 € um dies dann im April 2012 auf 100,00 € zu reduzieren.

Condor meldet sich im November 2012 und möchte 2.295,36 €, immerhin Zinsen in Höhe von 316,46 € und Inkassokosten in Höhe von 275,00 €.

Der Mahnbescheid, immerhin schon von Rechtsanwalt Bernd Rudolph beantragt aus dem Dezember 2012 fordert dann 2.404,45 €, immerhin nur noch 192,90 € an Inkassokosten.

Der Brief des Kollegen nach Widerspruch gegen den Mahnbescheid aus dem Januar 2013, den ich nur zur Weiterleitung an meine Mandantschaft erhalte, sieht dann eine Forderung in Höhe von 2.495,93 € vor. Aber immerhin mit der Möglichkeit einer Einmalzahlung in Höhe von 80% und die Sache wäre erledigt. Und der Kollege war so nett  neben dem obligatorischen Anerkenntnis und Ratenvergleich auch noch die Rücknahme des Widerspruchs gegen den Mahnbescheid vorzuformulieren. Natürlich auf meinen Mandanten ausgestellt, obwohl ich den Widerspruch eingelegt hatte, aber nun gut.
Ach ja, selbstverständlich wurde dann auch mitgeteilt, dass nach fruchtlosem Fristablauf das Klageverfahren betrieben werden würde.

Und dann heute nun der Anruf zwecks eines Vergleichs. Die kollegiale Höflichkeit verlangt, dass man um ein Angebot bittet. 1.800,00 € und ich bekäme das noch schriftlich.

Ich warte mal gespannt ab, was noch passiert.