Dienstag, 12. März 2013

Welche Überraschung - Facebook-Klicks sagen Eigenschaften voraus

Heise Online und die Neue Westfälische berichten gleichermaßen darüber, dass bei einer Untersuchung von 58.000 Facebook-Nutzern in den USA herausgekommen ist, dass sich aus den "Gefällt mir"-Klicks  mit hoher Wahrscheinlichkeit schlussfolgern, ob die Person shomosexuell oder hetero, Christ oder Moslem, konservativ oder liberal ist.

Mit einer Computeranalyse der Likes lassen sich Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung und politische Einstellung der Nutzer erstaunlich genau vorhersagen, berichten die Sozialwissenschaftler in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA. Bei der Unterscheidung von Weißen und Afro-Amerikanern lagen sie zu 95 Prozent richtig, Männer und Frauen konnten sie zu 93 Prozent korrekt zuordnen. Sie folgern, "dass sich die Nutzungsmuster im Netz zwischen diesen Gruppen deutlich genug unterscheiden, um eine fast perfekte Zuordnung vorzunehmen".

Ist das jetzt überraschend? Ich finde nicht.Es wurden ja auch Informationen ausgewertet, die die Menschen selbst in ihren Facebook-Profilen hinterlegt hatten. Dort können Nutzer unter Anderem angeben, ob sie "interessiert an" Männern oder Frauen sind. Dies macht vieles einfach. Und wenn jemand "Bruce Willis", "Chuck Norris" und "Sylvester Stallone" mit einem "Gefällt mir"-Klick versieht und an Frauen interessiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es sich eher nicht um eine Frau handelt.

So lässt sich das Spielchen beliebig weitertreiben, und je mehr Gefällt mir-Klicks jemand abgibt umso einfacher bzw. genauer sollte die Zuordnung klappen.


Die Schlussfolgerung unterschreibe ich, denn die Gefahr des Missbrauchs ist offensichtlich:

Werbetreibende, Behörden oder die eigenen Facebook-Freunde könnten mit Hilfe von Computerprogrammen Informationen herausfinden, die der Einzelne nicht habe teilen wollen, warnen die Forscher. "Mit der immer weiter wachsenden Anzahl digitaler Spuren wird es schwierig für Menschen, zu kontrollieren, welche ihrer Einstellungen offen gelegt werden", schreiben sie. Soziale Netzwerke sollten auf Transparenz achten und Nutzern Kontrollmöglichkeiten bieten.