Donnerstag, 14. März 2013

Filesharing-Abmahnungen: Ich war es nicht, Ich zahle nichts, nicht mal Ihnen

Da war er wieder. Der Mandant, den sich jeder Anwalt wünscht. Natürlich am Telefon.
Mandant: "Ich hab da mal ne Frage. Ich wurde abgemahnt von so ner GmbH aus Frankfurt. Ich soll das ein lieder heruntergeladen haben, was ich aber schon vor Monaten bei itunes gekauft habe für 79 Cent."

Anwalt (nennen wir ihn "RA Gerth") Ja, kenne ich, auch die Kollegen. Aber sie sollen das Lied nicht heruntergeladen haben, sondern angeboten zum herunterladen"

Es ist ein blättern zu hören und Mandant liets die Stelle vor. "zum Download angeboten, heißt das, ich soll das angeboten haben?"

"Ja"

"Nein, ich kenne weder die Firma, noch die Software, mein WLAN ist mit einem neuen Passwort versehen. Ich kann das nicht gewesen sein."

"Gibt es Kinder?"

"Ja, 3 und 6"

"Okay, scheiden aus. Frau, Freundin, Lebensgefährtin, Mutter der Kinder?"

"Ja, kennt sich aber nicht aus mit dem Internet"

" Okay, es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten zu reagieren" (Werden alle vorgestellt, inklusive der modifizierten Unterlassungserklärung und den verschiedenen Streitwerte)

"Und wenn ich mich nicht melde? Und wenn ich nichts schreibe?"

Auch diese Möglichkeit wird dargestellt. Und dann kommt er der Satz.

"Ich zahle nichts. Nicht für ein Lied was ich gekauft habe. Und kein Anwalt bekommt dafür Geld. Sie auch nicht. Was passiert wenn ich das so durchziehe?"

"Erstens könnten Sie dann verklagt werden, wenn sie auch auf die weiteren Schreiben nicht anworten."

"Und wenn ich dann verurteilt werde und trotzdem nicht zahle?"

"Dann kommt wohl der Gerichtsvollzieher"

"Okay, und was war Ihr zweitens?"

"Dann ist jetzt das Gespräch beendet"

"Sie haben mir ja auch alles schön erklärt. Aber wie gesagt für sowas zahle ich nichts. So eine Abzocke. Und nicht mal Ihnen wenn Sie mich dagegen verteidigen"

Mal sehen, was die Kollegen aus Frankfurt dazu sagen.