Samstag, 12. Januar 2013

Fahndung 2.0 für Arbeitgeber

Nach einem Bericht der F.A.Z. (Samstagsausgabe) vom 12.01.2013 haben sich Union und FDP überraschend doch noch auf ein Gesetz zum Arbeitnehmerdatenschutz geeinigt. Danach solldie heimliche Videoüberwachung von Arbeitnehmern ist in Deutschland künftig ausdrücklich verboten werden. Im Gegenzug soll aber die offene Videoüberwachung ausgeweitet werden.

Das Gesetz soll auch Regelungen zum Umgang von Arbeitgebern mit den sozialen Netzwerken enthalten.

Die F.A.Z. schreibt:

"Die Vorschriften stellen jede „Erhebung, Verarbeitung und Nutzung“ von Daten im Beschäftigungsverhältnis unter einen doppelten Vorbehalt: Sie muss erforderlich sein; außerdem darf kein überwiegendes Interesse des betroffenen Mitarbeiters entgegenstehen. Dies gilt etwa für Fragen im Bewerbungsgespräch oder die Anordnung von Eignungstests oder ärztlichen Untersuchungen. Im Internet dürfen Personalchefs sich alles ansehen, was allgemein verfügbar ist; in sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook dürfen sie sich hingegen nicht als angebliche „Freunde“ eines Bewerbers in geschlossenen Bereichen umsehen. Eine heimliche Überwachung mit Video ist unzulässig, ebenso in Umkleide- und Sanitärräumen. Ortungssysteme - etwa von Lastwagenfahrern per Satellit (GPS) - und biometrische Zugangskontrollen am Werkstor sind unter Einschränkungen erlaubt."

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Deckt sich das doch mit den Befugnissen, welche Ermittlungsbehörden nach der jetzigen Gesetzeslage bereits haben.

Bewerbern ist zu raten, ihre Profile in den Sozialen Netzwerken rechtzeitig vor einer Bewerbung oder gar einem Bewerbungsgespräch zu säubern und möglicherweise kompromittierende Inhalte zu entfernen.

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