Montag, 12. Dezember 2011

Spezialist in

nur einem Jahr nach der Zulassung.
So langsam verstehe ich den Sinn und Zweck der Fachanwaltschaften und leider auch den Unsinn in der Abschaffung der Tätigkeitsschwerpunkte und Interessengebiete.

Wenn es Kollegen, und des sind in der Regel Kollegen und keine Kolleginnen, schaffen sich innerhalb eines Jahres nach Zulassung auf das Urheberrecht und den Gewerblichen Rechtsschutz zu spezialisieren dann stehe ich staunend davor und kann es kaum fassen. Selbstveständlich handelt es sich in der eben bereits erwähnten Regel dabei um Kollegen aus Einzelkanzleien und nicht um solche, in welchen neue Kollegen in bereits spezialisierte Teams aufgenommen werden.

Interessant ist insbesondere, dass man selten bis überhaupt nicht lesen kann, dass neue Kollegen im Bereich Hochschulrecht, Erbrecht, Arbeistrecht oder Familienrecht spezialisiert sind.
Sind es also die Rechtsgebiete aus dem "Grünen Bereich" - Der Gewerbliche Rechtsschutz und das Urheberrecht werden als „grünes Recht“ bezeichnet, da der Einband der traditionell wichtigsten Fachzeitschrift für Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht „GRUR“ grün ist - die so einfach zu beherrschen sind, als das man sich innerhalb eines Jahres hierin spezialisieren kann?
Man will fast ausrufen "Nein", denn immerhin gibt es für den "Grünen Bereich" drei Fachanwaltstitel zu erwerben.
Also warum ist es dann möglich sich zu spezialisieren im Bereich Wettbewerbsrecht, Markenrecht, Geschmacksmusterrecht, Gebrauchsmusterrecht, Patentrecht, Urheberecht und selbstverständlich alles mit euroäischen, sprich Gemeinschaftsbezügen?

Ich weiß es nicht. Oder sollte es nur daran liegen, dass die Anwaltschaft in diesem Bereich gerade vergleichsweise schnell an Mandate kommen kann?

Nein, denn niemand nennt sich doch Spezialist, wenn er keiner ist, denn Spezialist ist ja ein "Mehr" gegenüer dem Fachanwalt. Nachzulesen bei den Kollegen Ferner Alsdorf.

Aber diesen Stauts zu erreichen binnen einem Jahr halte ich für ausgeschlossen.